Interview mit Riho Pihelpuu, Leiter von ADM Interactive: Was hat sich in den letzten Jahren an Content-Management-Systemen für Webseiten verändert? Was sind die Trends? Wie wichtig ist es, wo die Webseite gehostet wird? Warum verlaufen sich Benutzer immer noch auch auf den besten und größten Webseiten? Wie oft sollte die Webseite aktualisiert werden?

Riho ist seit über 18 Jahren im digitalen Bereich tätig und hat in dieser Zeit diese Landschaft bis ins kleinste Detail kennengelernt – vom Schreiben von Code bis hin zum Management internationaler digitaler Projekte.

Am 1. und 2. November findet in Tallinn die Konferenz Best Internetstatt, wo Riho Pihelpuu, Leiter von ADM Interactive, über Content-Management-Software sprechen wird, warum diese wichtig ist und wie man sie auswählt.

Was hat sich in den letzten Jahren bei den Content-Management-Systemen (CMS) geändert? Was sind die Trends?

Hier gibt es einige wichtige Trends. Zunächst einmal hat eine Spezialisierung stattgefunden und es entwickelten sich spezifische Nischen – so wird zum Beispiel Drupal CMS eher in Projekten mit komplexeren und umfangreicheren Anforderungen an das Content Management eingesetzt. WordPress hat sich ebenfalls weiterentwickelt – vor allem durch eine Kombination, bei der WordPress für das Content Management verantwortlich ist und speziell entwickelte Lösungen gesondert entwickelt werden. Und zuletzt werden SaaS-Lösungen mehr für einfachste Netze eingesetzt, bei denen Standardlösungen ausreichen.

Wie das alles genauer passiert ist, darüber werde ich bei der Best Internet sprechen.

Estland bewegt sich mit dem Rest der Welt im gleichen Takt und die Veränderungen sind ähnlich. Ich könnte vielleicht herausheben, dass Joomla verschwindet und neue Projekte damit praktisch nicht mehr erstellt werden.

Was sind die wichtigsten Dinge, über die man nachdenken sollte, wenn man sich als Unternehmen für ein CMS entscheidet?

Zunächst einmal sollte man mit der Analyse der Bedürfnisse Ihrer Benutzer und Ihrer eigenen Geschäftsprozesse beginnen und darüber nachdenken, wo man mit der Lösung in drei Jahren stehen wollen. Man muss dies mit einem Gefühl von Perspektive tun und dabei erkennen, dass eine größere Neugestaltung des Heimnetzwerks einer Organisation durchschnittlich alle 3–5 stattfinden sollte. Sobald das getan ist, zeigt sich, welche Funktionalität wirklich benötigt wird und welches CMS am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Mit Sicherheit hat es keinen Sinn, bei der Auswahl mit einem Vergleich der Funktionalität der verschiedenen CMS zu beginnen, also dass zwei CMS genommen werden, alle ihre Funktionalitäten mit sämtlichem Schnickschnack nebeneinander gestellt und dann geguckt wird, welches mehr hat, und auf der Grundlage dann eins ausgewählt wird.

Welche Personen sollten möglichst in diesen Auswahlprozess miteinbezogen werden?

Einbezogen werden sollten alle, die in Zukunft mit dem CMS arbeiten werden. Je nach Größe und Design des Unternehmens sind dies z. B. die Verantwortlichen für die Erstellung von Inhalten und Lösungsentwicklung oder deren Bestellung, oder aber auch Systemadministratoren oder andere Verantwortliche für IT-Lösungen. Es ist auch wichtig, die Leiter für Kundenservice, Marketing oder den Produktmanager, den Verantwortlichen für die Kundenerfahrung bzw. denjenigen miteinzubeziehen, der für die Benutzererfahrung zuständig ist.

Wie wichtig ist das Budget für die Auswahl eines CMS und was ist bei der Planung zu beachten?

Das Budget ist immer wichtig, aber wenn man sich für ein CMS entscheidet, muss man bei den Kosten auf mehr als die Software achten. Auch Inhaltserstellung, Web-Management und die Integration in eine bestehende Lösung sind wichtige Aspekte. Man sollte anstelle der aktuellen Kosten der Entwicklung immer eine längere Perspektive im Auge haben und berechnen, wie hoch die Gesamtbetriebskosten (TCO) für einen Zeitraum von 3–5 Jahren sind: Entwicklung, Bereitstellung, Verwaltung, Upgrade, Content-Einbindung, Infrastrukturänderung, usw. Darauf aufbauend kann auch die potenzielle Rentabilität berechnet werden.

Das Budget wird auch dadurch beeinflusst, ob eine bestehende Vorlage verwendet wird, ein für spezifische Geschäfts- oder Kundenanforderungen optimiertes UX bestellt wird oder Standardlösungen verwendet werden können. Und schließlich werden die Kosten auch dadurch beeinflusst, wie schnell die Lösung fertig sein muss.

Wenn eine kostengünstigere Lösung benötigt wird, empfehle ich, ein Standard-CMS zu wählen und dies mit Augenmaß zu tun. Es empfiehlt sich zu beachten, dass im Allgemeinen die Möglichkeiten und Bedürfnisse im Laufe der Zeit zunehmen, und man entsprechend immer in der Lage sein sollte, das CMS zu aktualisieren.

Unabhängig von der Größe des Budgets sollte man jedoch immer versuchen zu verstehen, um welche Art von Projekt und Investition es sich handelt, d. h. ob die Investition in die Webadministration sich direkt rentiert oder man dadurch mehr Geld bei einigen Prozessen einspart.

Du hast die Budgetplanung vor den Gesamtkosten erwähnt. Wie empfiehlst du, das zu berücksichtigen?

Im Falle einer Webseite sollten die Kosten für die Analyse, die Erstentwicklung, die notwendige IT-Infrastruktur, die Wartung der Infrastruktur, die Erstellung von Inhalten, das Content-Management, die Eingabe sowie die Bearbeitung und Aktualisierung der Webseite auf 3–5 Jahre budgetiert werden.

Wie wichtig ist es, wo die Webseite untergebracht ist, also das Hosting?

Lässt man bestimmte Funktionen beiseite, dann wird das Hosting im CMS keine große Rolle spielen. Etwas anders ist es bei SaaS (Software as a Service) mit CMS, wo die Plattform in den meisten Fällen bereits gehostet wird, doch im Allgemeinen können alle Hosting-Lösungen nach CMS-Anforderungen konfiguriert oder ausgewählt werden.

Ist CMS mit SEO (Suchmaschinenoptimierung) verbunden, und wenn, wie?

Natürlich sollte das CMS die SEO-Lösungen unterstützen, die man verwenden möchte, aber zumeist verfügen alle gängigen Content-Management-Plattformen über die notwendigen Lösungen. Wenn diese nicht im Standardpaket enthalten sind, kann man in der Regel Module hinzufügen oder die notwendigen Einstellungen über die Konfiguration des CMS vornehmen.

Es gibt viele verschiedene Content-Management-Plattformen. Gibt es eine darunter, die du aufgrund deiner Erfahrung am meisten empfehlen würdest?

Eine solche Empfehlung kann man nicht geben, da alles von den Bedürfnissen und Möglichkeiten des Unternehmens und der Zweckmäßigkeit abhängt.

Wenn das Budget vorhanden und das CMS gewählt ist, was ist die Grundlage für die Entscheidung, ob sich das Unternehmen selbst mit dem CMS befassen sollte oder nicht?

Auch hier hängt es von internen Prozessen, der vorhandenen Entwicklung, der Zweckmäßigkeit und dem Volumen ab.

Das CMS selbst zu betreiben kann dann in Betracht gezogen werden, wenn die erstellte Web-Umgebung eine der Kernlösungen ist und das Volumen ausreicht, um die Arbeit von 5–10 Personen kontinuierlich abzudecken.

Es ist auch möglich, größere Entwicklungen und Reparaturen einzukaufen und die Wartung und Erweiterungen intern vorzunehmen. Outsourcing eignet sich beispielsweise dann, wenn es eine Entwicklungsphase mit bestimmten Etappen gibt, in der nicht genügend Zeit für eine schnelle Abwicklung mit dem Team bleibt, aber gleichzeitig ein größeres Team nicht das ganze Jahr über arbeiten würde.

In welcher Situation würdest du eine Anpassung empfehlen, anstatt ein CMS zu kaufen?

Im Allgemeinen, wenn es sehr spezifische Funktionsanforderungen gibt und die Rolle des CMS für die gesamte Weblösung marginal ist. Dies ist jedoch bei jedem Kunden unterschiedlich, da die Geschäftsspezifika und Kundenbedürfnisse unterschiedlich sind.

Warum verlaufen sich Benutzer immer noch auch auf den besten und größten Webseiten? Warum werden Webseiten nicht so gestaltet, dass die Leute einfach ins Suchfeld eingeben können, was sie brauchen, und dann kommt das? Mit einem Wort – warum gibt es keine Webseiten mit vollkommenem Komfort?

Es gibt immer verschiedene Einschränkungen und verschiedene Variablen, die bei der Erstellung einer Webseite zu berücksichtigen sind. Zum Beispiel können einige Dinge nicht anders oder besser gelöst werden, weil das Budget für die Webentwicklung zu klein ist oder man einfach keine Zeit hat, eine bessere Lösung zu entwickeln. Und dann gibt es noch Benutzerpräferenzen und Präferenzen, die sich eher unterschiedlich als gleich sind. Alle diese Aspekte müssen zusammenwirken und die beste Benutzererfahrung schaffen.

Den optimalen Mittelweg zu finden, kann manchmal sehr schwierig sein.

Und übrigens, es geht oft gar nicht um das Webseiten-Design oder die Content-Management-Plattform, sondern darum, dass man auf der Webseite versucht, die Struktur und die Dienstleistungen des Unternehmens eins zu eins widerzuspiegeln, was aber oft nicht den Erwartungen und Wahrnehmungen der Nutzer in Bezug auf Produkte und/oder Dienstleistungen entspricht

Wie oft sollte die Webseite aktualisiert werden?

Als Faustregel gilt, dass eine Seite alle 3–5 Jahre aktualisiert werden sollte. Dessen ungeachtet müssen natürlich ständig kleinere Entwicklungen vorgenommen werden, um sicherzustellen, dass die Webseite mit der Geschäfts-, Markt- und Kundenentwicklung Hand in Hand geht.

Der Vortrag von Riho Pihelpuu, Leiter von ADM Interactive, auf der Estnischen Jahreskonferenz für Digital Marketing „Best Internet 2018“ vom 1. November über die Auswahl eines CMS (Content-Management-Plattform), ist hier zu finden.

WordPress? Joomla? Stream? Eine maßgeschneiderte, einzigartige Plattform anlegen? Welche sind die einfachsten Möglichkeiten, das Web zu verwalten (sodass Sie in Zukunft sich nicht jedes Mal an den Entwickler wenden müssen, wenn jemand aus dem Unternehmen Informationen hinzufügen möchte)? Ein Vergleich verschiedener Varianten.

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